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Kindergedichte

Alte Reime und Verse - berühmte Gedichte - Lyrik für Kinder

Dichter aus aller Welt haben sich auch der Kinderlyrik gewidmet. Klang, Rhythmus und Spiel sind bedeutende Merkmale bei Kindergedichten. Hier erhalten Sie besonders schöne, Reime und Verse bekannten Klassiker. Gedichte für den Unterricht zum Auswendig lernen oder Interpretieren, zum Vortragen oder für andere Verwendungen. Diese Kindergedichte sind gemeinfrei. Das heisst, man darf sie frei kopieren und überall verwenden.

Das Lied vom Monde

Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldne Mond,
Der hinter unsern Bäumen
Am Himmel drüben wohnt.

Er kommt am späten Abend,
Wann Alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause
Zum Himmel leis' und still.

Dann weidet er die Schäfchen
Auf seiner blauen Flur;
Denn all die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur.

Sie thun sich nichts zu Leide,
Hat eins das andre gern,
Und Schwestern sind und Brüder
Da droben Stern an Stern.

Und soll ich dir eins bringen,
So darfst du niemals schrei'n,
Mußt freundlich wie die Schäfchen
Und wie ihr Schäfer sein!

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874, deutscher Lyriker)

Vom Riesen Timpetu

Pst! Ich weiß was. Hört mal zu!
War einst ein Riese Timpetu.
Der arme Bursche hat – oh Graus –
im Schlafe nachts verschluckt ’ne Maus.
Er lief zum Doktor Isegrimm:
„Ach Doktor! Mir geht’s heute schlimm.
Ich hab‘ im Schlaf ’ne Maus verschluckt,
die sitzt im Leib und kneipt und druckt.“
Der Doktor war ein kluger Mann,
man sah’s ihm an der Nase an.
Er hat ihm in den Hals geguckt.
„Wie? Was? Ne Maus habt ihr verschluckt?
Verschluckt ’ne Miezekatz dazu,
so lässt die Maus euch gleich in Ruh.“

(Alwin Freudenberg, 1873-1930, deutscher Schriftsteller und Pädagoge)

Die Gäste der Buche

Mietegäste vier im Haus
Hat die alte Buche.
Tief im Keller wohnt die Maus,
Nagt am Hungertuche.

Stolz auf seinen roten Rock
Und gesparten Samen
sitzt ein Protz im ersten Stock;
Eichhorn ist sein Namen.

Weiter oben hat der Specht
Seine Werkstatt liegen,
Hackt und zimmert kunstgerecht,
Daß die Späne fliegen.

Auf dem Wipfel im Geäst
Pfeift ein winzig kleiner
Musikante froh im Nest.
Miete zahlt nicht einer.

(Rudolf Baumbach, 1842-1905, deutscher Dichter)



Das Leben ist ein schlechter Spass

Das Leben ist ein schlechter Spass,
dem fehlt's an dies, dem fehlt's an das,
der will nicht wenig, der zu viel,
und Kann und Glück kommt auch ins Spiel.
Und hat sich's Unglück drein gelegt,
jeder, wie er nicht wollte, trägt.
Bis endlich Erben mit Behagen
Herrn Kannnicht-Willnicht weiter tragen.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter und Naturforscher)

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Zu zweit

Frau Urschel teilte Freud und Leid
Mit ihrer lieben Kuh;
Sie lebten in Herzeinigkeit
Ganz wie auf Du und Du.
Wie war der Winter doch so lang,
Wie knapp ward da das Heu;
Frau Urschel rief und seufzte bang:
O komm, du schöner Mai!
Komm schnell und lindre unsre Not,
Der du die Krippe füllst;
Wenn ich und meine Kuh erst tot,
Dann komme, wann du willst.

(Wilhelm Busch, 1832.1908, deutscher humoristischer Dichter)

Fragemäulchen

Du holdes Fragemäulchen, süsse Plage,
Komm' nur, du lieber Störer meiner Ruh;
Geduldig leih' ich Antwort jeder Präge:
"Warum, Papa? Wohin? Weshalb? Wozu?"

Keimt doch empor in jenem dunklen Triebe
Der Baum, der einst in Gottes Sterne ragt,
Das heil'ge Sehnen, das in Weh und Liebe
Sich bis zum Urquell alles Daseins fragt

(Julius Lohmeyer, 1834-1903, deutscher Schriftsteller)

Viele Köche verderben den Brei

Mutter hat immer nur Arbeit und Plag',
kennt keine Ruhe bei Nacht und bei Tag.
Heut' ging sie fort! Drum helft alle drei:
Heut' kochen wir für die Mutter den Brei!

Milch nimmt die Else, das Mehl rührt sie an.
Dann kommt der Zucker und Zimt noch dran.
Pfeffer, ein bisschen, ein klein wenig Salz,
Muskat und Senf und ein Löffelchen Schmalz.

Eissig ein Spritzerchen muss noch hinein.
Kakaopulver schmeckt herrlich und fein.
Nun wird gerührt und der Brei gekocht
Horcht! Hat's nicht grad an der Tür gepocht?

Komm liebe Mutter, der Tisch ist gedeckt!
Ja, du wirst staunen, wie gut es dir schmeckt.
Und was du für tüchtige Köchinnen hast.
Heut' bist du bei uns Kindern zu Gast!?

Mutter probiert und beinah wird ihr schlecht.
Fehlt was am Brei? Ist etwas nicht recht?
Da lacht die Mutter, spricht mahnend dabei:
Ja, viele Köche verderben den Brei!

(Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848, deutsche Dichterin, Schriftstellerin)



Es war einmal ein schlimmer Husten

Es war einmal ein schlimmer Husten,
Der hörte gar nicht auf zu pusten.
Zwar kroch er hinter eine Hand,
Was jedermann manierlich fand,
Und doch hat ihn der Doktor Lieben
Mit Liebens Malzbonbon vertrieben.

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Schriftsteller, Kabarettist)


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Er ist's

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süsse, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
— Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab' ich vernommen!

(Eduard Mörike, 1804-1875, deutscher Lyriker)

Herr Löffel und Frau Gabel

Herr Löffel und Frau Gabel,
die stritten sich einmal.
Der Löffel sprach zur Gabel:
„Frau Gabel, halt den Schnabel,
du bist ja bloß aus Stahl!"

Frau Gabel sprach: „Herr Löffel,
Ihr seid ein großer Töffel
mit Eurem Gesicht aus Zinn,
und wenn ich Euch zerkratze
mit meiner Katzentatze,
so ist Eure Schönheit hin!"

Das Messer lag daneben
und lachte: Gut gegeben!
Der Löffel aber fand:
mit Herrn und Fraun aus Eisen
ist nicht gut Kirschen speisen,
und küsste Frau Gabel galant -
die Hand.

(Christian Morgenstern, 1871-1914, deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer)



Auf unserer Wiese gehet

Watet durch die Sümpfe.
Es hat ein schwarzweiß Röcklein an,
Trägt auch rote Strümpfe,
Fängt die Frösche schwapp, wapp, wapp,
Klappert lustig klapperdiklapp.
Wer kann das erraten?

Ihr denkt, das kann der Storch nur sein,
Watet durch die Sümpfe.
Er hat ein schwarzweiß Röcklein an,
Trägt auch rote Strümpfe,
Fängt die Frösche schwapp, wapp, wapp,
Klappert lustig klapperdiklapp.
Nein, das ist die Störchin!

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874, deutscher Dichter, Hochschulleher)

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